Tipps und Bitten
Im Laufe der Saison fiel uns auf, dass die nun folgenden Tipps und Bitten von den meisten Seglern gelesen wurden. Trotzdem treten Schäden durch Grundberührungen, falsches Segelsetzen oder einfach Fehlbedienungen verschiedener Geräte oder Anlagen immer wieder auf. Hier nun eine Bitte: NICHT NUR LESEN; AUCH ANWENDEN!
Rettungswesten
Eine Rettungsweste muss im Notfall Leben retten. Das jedoch funktioniert nur, wenn diese auch in Ordnung ist. Deshalb bitten wir hiermit alle Skipper, stets sämtliche anzulegenden Rettungswesten überprüfen zu lassen. Es gibt nämlich Mitmenschen, die eine ausgelöste Patrone nicht durch eine neue Patrone ersetzen. Dass dieses Verhalten tödlich sein kann, wird offensichtlich nicht bedacht.Bevor eine neue Patrone eingeschraubt wird ist zu prüfen, ob der Dorn, der durch Nässe die Patrone durchsticht, nicht vorsteht. Ist dieser sichtbar, muss der untere Teil abgeschraubt und der Auslösering getauscht werden. Die Patrone nur festschrauben, wenn der Dorn nicht sichtbar ist.
Sprayhood
Bei einigen Schiffen befinden sich zusätzliche Instrumente unter dem Sprayhood in der sogenannten Garage. Leider kommt es immer wieder vor, dass das Sprayhood ohne Rücksicht auf die darunter liegenden Instrumente zurückgeklappt wird und diese dadurch Schaden nehmen. Deshalb die Bügel etwas anheben, damit nichts passiert.Die Genuaschoten sollten durch die dafür vorgesehenen Öffnungen des Sprayhoods geschotet werden, damit keine Beschädigungen durch Schamfilen entstehen können.
Toiletten / Fäkalientank
Es kommt immer wieder vor, dass Toiletten durch unsachgemäße Benutzung verstopfen. Die Skipper seien noch mal aufgerufen die Crews entsprechend einzuweisen. Bei unsachgemäßer Reparatur unterwegs müssen häufig die Pumpen erneuert werden.Unsere Schiffe sind alle mit Fäkalientanks ausgestattet. Wer diese benutzt, sollte diese dann bitte auch vollständig entleert zurückgeben. Bei der Benutzung der Toilette mit dem Fäkalientank ist besondere Vorsichte geboten. Besonders wenn der Tank voll ist, nützt auch ein kraftvolles Pumpen nichts. Es wird nicht mehr in den Tank gehen, eher alles daneben...
Segelwechsel
Sehr häufig beobachten wir, dass viel zu grosse Vorsegel gefahren werden. Da bei stärken Winden die Schiffe weniger Tuch brauchen, wird einfach das Vorsegel eingerollt und nicht gewechselt. Hier sei noch mal ausdrücklich gesagt, dass der Segelspaß größer ist nach gewechseltem Vorsegel, da ein eingerolltes Segel nicht mehr das gewünschte Profil hat.
Zerrissene Segel / ausgerissene Kauschen
Häufig haben wir schon erwähnt, dass es eines jeden Recht ist, die Segel zu überprüfen. Aber bitte nicht so: bei achterlichem Wind in der Box mit der Winsch das Segel an den Wanten bis zur ersten Saling ziehen, bis dieses mit den Segellatten verhakt, und die Reffbändsel und Reffleinen ungelöst das Segel zerreißen. Aber auch auf See kam es mehrfach vor, dass Reffbändsel nicht gelöst wurden und dabei ganze Querbahnen zerrissen. Viele nehmen sich diesen Abschnitt zu Herzen, jedoch vergessen doch noch einige (die meisten Segelreparaturen in der Saison) die Reffbändsel zu lösen, somit passieren die eben erwähnten Schäden. Deshalb sei hier noch einmal erwähnt, dass die Reffbändsel keine Segelkräfte aushalten und nur zum Befestigen des gerefften Segeltuches dienen. Die Crews setzen das Groß, statt mit den Händen am Fall und Mast, mit der Winsch. Dabei wird nicht bemerkt, dass die Reffleinen und die Reffbändsel nicht gelöst sind, oder dass die Mastrutscher eventuell klemmen (Tip: mit Spüli schmieren). Folge: ausgerissene Reffkauschen, zerrissene Segel, zerstörte Mastrutscher. Merke: Das Groß wird mit der Hand am Mast gesetzt, erst der letzte Meter und das Durchsetzen des Segels werden mit der Winsch getätigt. Das Lösen der Großschot und des Baumniederholers nicht vergessen, um möglichst wenig Kraft beim Setzen aufwenden zu müssen. Beim Setzen des Großsegels darf man durchaus in das Segel schauen, um eventuell verklemmte Reffleinen frühzeitig zu erkennen.
Verbogene Relingstützen / Beschädigungen des Rumpfes
Obwohl auf jedem Schiff bis zu sechs Fender und mindestens ein Kissenfender sind (plus Fenderbrett), gibt es einige Crews, die diese Schadensverhüter nicht einsetzen. Entsprechend sehen dann die Schiffe aus: Tiefe Kratzer und Schürfwunden, verbogene Relingleisten und Bugbeschläge.Immer wieder sehen wir, dass die Boxen mit nach außen hängenden Fendern angesteuert werden. Mit der Folge, dass der Fender, der zuerst mit einem Poller in Berührung kommt, das Schiff in eine andere Richtung drückt. Manchmal, wenn die Poller eng genug stehen, werden an beiden Seiten die Fender am Seezaun bis zu den Relingstützen geschoben, so dass diese dann verbiegen oder gar abbrechen. Also, die Fender dürfen erst raus, wenn die Poller passiert sind. Niemals sollte der Fender fest mit einer Relingstütze verbunden sein. Sollte der Fender dann hängen bleiben, verbiegt die Relingstütze sofort. Beim Aufstoppen des Schiffes mit dem Faltpropeller braucht dieser genügend Drehzahl, um sich zu öffnen und zu wirken. Dieses sollte derjenige beachten, der die entsprechenden Manöver fährt.
Überfahrene Seezeichen
Vor einiger Zeit sind bei Segelscheinprüfungen zwei Prüflinge durchgefallen (die ersten seit über 3100 Prüfungen). Was ist passiert? Während der Prüfung sind die Prüflinge ohne Vorwarnung aus dem Tonnenstrich gefahren. Der weitere Verlauf dürfte wohl jedem klar sein. Wir haben beobachtet, dass es stark zugenommen hat, Tonnen oder Seezeichen zu überfahren. Dies geschieht durch Unachtsamkeit und reine Träumereien. Es kann sehr gefährlich werden und empfiehlt sich in keiner Weise zur Nachahmung. Seezeichen haben einen Sinn und sollten dort bleiben wo sie sind! Auch kam es wieder vor, dass Crews beim Verlassen des für sie unbekannten Hafens Burgtiefe sich die Seezeichen nicht genau ansahen und auch noch vergaßen, dass unsere Schiffe keine Räder unter dem Kiel haben.
Durchgescheuerte Festmacher
Die neuesten Festmacher taugen nichts, wenn diese nicht vor Schamfilen geschützt werden. Es ist deshalb wichtig, bei stärkeren Wind-, Wasser- und Schiffsbewegungen Springs auszubringen, so dass die Vorder- bzw. Achterleinen entlastet sind und in den Augen nicht an- bzw. durchgescheuert werden können. Die Vorleinen, wo möglich, über Kreuz legen, mit einem Bändsel die Leinen am Seezaun / Bugkorb hochbinden, so dass sie mit der Fußreling nicht in Berührung kommen können. Dadurch wird schädliches Schamfilen verhindert. Durch die sehr scharfen Kanten der Fußreling bei den X-Yachten sind diese besonders gefährdet.Jedes Schiff verfügt über eine ausreichende Anzahl von Festmachern (diese finden wir in Ankerkästen, Stauräumen im Schiff, in Segelsäcken, hinter den eigentlichen Backskisten), trotzdem werden Schoten als Festmacher genommen. Diese sind sehr reckarm und federn nicht wie gewünscht die Schiffsbewegungen ab. Ergebnis: Von Spinnakerschoten wurden die eingenähten Schnappschäkel abgeschnitten, Schoten waren durchgescheuert, so dass diese ausgemustert werden mussten. Bei starkem Hochwasser kann es passieren, dass die Festmacher an den Pollern aufschwimmen und somit das Schiff abtreiben lassen. Hier ist besondere Vorsicht geboten, eine Leine von Poller zu Poller gespannt, verhindert das Aufschwimmen.Bei Niedrigwasser kann es passieren, dass die Boote mit dem Anker oder Bugkorb auf den Steg schlagen. Deshalb ist es wichtig, dass die Schiffe immer einen ausreichenden Abstand zum Steg haben.
Motor springt nicht an / geht wieder aus
Der Hauptschalter wurde versehentlich betätigt, so dass keine Spannung am Anlasser war. Diesen einfach wieder einschalten.Es kam schon einmal vor, dass die Tanks leer gefahren wurden. Achten Sie auf die gefahrenen Motorstunden! Tanks in den Schiffen sind meist konisch, und deshalb sind die Tankanzeigen in der letzten Hälfte nicht sehr genau.
Tanken
Vor dem Tanken prüfen, ob Sie auch wirklich den Dieseltank vor sich haben. Dieseltanks sind immer durch rote Deckel mit der Aufschrift Fuel oder Diesel versehen. Eventuell daran riechen, um ganz sicher zu gehen. Es kam wieder vor, dass Crews den Dieseltank mit Wasser befüllten und entsprechend der Motor nicht mehr lief. Der Schaden ist dann recht groß. Noch schlimmer, es kam leider auch vor, dass der Wassertank mit Diesel gefüllt wurde. Dieses Dilemma bedarf keiner weiteren Worte. Unbedingt das Teakdeck vor dem Tanken wässern, damit evtl. überlaufender Kraftstoff nicht in das Holz einzieht, was böse Flecken zur Folge hat. Auch ist es sehr wichtig den Tankdeckel richtig zu verschließen.
Ölkontrolle
Motorölkontrolle bitte erst 1 Stunde nach Stillstand der Maschine durchführen.Zeitweise müssen wir Öl über Maximal abpumpen. Das ist schädlich für die Maschine. Deshalb, solange der Ölstand noch gut über Minimum ist, bitte kein Öl nachfüllen. Bei den Yanmar Motoren, die in den Elans eingebaut sind, kann es durch den gebogenen Ölpeilstab zu zwei verschiedenen Ölständen kommen. Im Zweifel ist der höhere Stand der richtige.
Steuerrad
Bei Rückwärtsfahrt unter Motor nie das Steuerrad loslassen.Durch das Herumschlagen des Ruders brechen die Zahnräder der Steuersäule und beschädigen somit den Steuermechanismus, was eine Manövrierunfähigkeit zur Folge hat. Ebenfalls werden die Lager der Steuersäule auf ein äußerstes beansprucht.
Großfall
Da unsere Yachten Rohrkicker haben, benötigen wir zum Halten des Baumes keine Dirk. Hier ist meistens das Großfall angeschlagen. Wenn das Großfall noch nicht am Großsegel angeschlagen ist, bitte die Großschot nicht so fest anziehen, so dass das Sprayhood keinen Schaden nimmt.
Ankerwinsch
Die Fernbedienung der Ankerwinsch stets abnehmen und die Steckdose verschrauben. Feuchtigkeit in der Fernbedienung hat schon zu einem Kabelbrand geführt. AnkerwinschDie Fernbedienung der Ankerwinsch stets abnehmen und die Steckdose verschrauben. Feuchtigkeit in der Fernbedienung hat schon zu einem Kabelbrand geführt. Auch sollte, sofern möglich, die Ankerwinsch vom Strom getrennt sein, damit nicht immer Spannung an der Winsch anliegt
Weitere Schadensursachen
Es wird vergessen, die Luken zu schließen. Folge: nasse Kojenpolster.Es wird vergessen, die Ventile in der Pantry zu schließen. Folge: Bei Lage läuft Wasser bis in den Kartentisch und in die Elektrik, was nicht nur enorme Folgekosten verursacht, sondern auch ziemliche Komplikationen mit sich bringt.Es wird vergessen die Ventile der WC´s vor dem Abpumpen zu öffnen. Folge: defekte Pumpen.
Gasflaschen
Bevor diese ausgetauscht werden, weil am Herd kein Gas ankommt, Ventile am Herd und an der Flasche öffnen. Auf einigen Schiffen müssen darüber hinaus noch die elektrischen Gasabsperrventile betätigt werden.
Seekarten
Nach wie vor werden die neuesten Seekarten misshandelt. Für Notizen liegt auf jedem Schiff ein Ringbuch bereit. Karteneinträge mit Bleistift sind bitte wieder auszuradieren.Schon nach kurzer Zeit fehlten in einigen neuen Kartensätzen Detailkarten. Das ist unfair uns gegenüber und gefährlich für die Nachfolgecrews. Sollten Karten über Bord gehen oder durch Wasser stark beschädigt werden, bitte melden!
Grundberührungen
Seit Jahren beschwören wir unsere Crews, Flachwassergebiete zu meiden. Flachwasser beginnt für uns bei der 5 m Linie (außer in Fahrrinnen). Die Zahl der Grundberührungen haben dieses Jahr dank unserer wiederholten Warnungen nicht zugenommen. Jedoch ist jede Grundberührung eine zu viel. Bitte befolgen Sie weiterhin unseren Rat: Segeln Sie wo es tief genug ist, mindestens 5 m!!!Die an Bord befindlichen neuesten Seekarten und Hafenhandbücher bewahren bei sachgemäßer Benutzung vor solchen unangebrachten Schäden.
Sonstiges, aber nicht Unwichtiges
In diesem Jahr sind dank der guten Apelle keine NC-Akkus aus den Taschenlampen entwendet worden. Lassen Sie diese bitte weiterhin in den Taschenlampen. Leider sind wieder Rettungswesten und Lifebelts ausgetauscht, entwendet oder die im Ersatzteilkasten befindlichen Schäkel, Ersatzbirnen, Bändsel und Sonstiges mitgenommen worden. Diese Teile gehören zum Schiff und sollen auch dort bleiben.Einige Male wurden die Adapter der Landstromkabel an den Landstromanschlüssen vergessen, diese Adapter gehören zum Schiff!An die Skipper:Die Skipper vergessen häufig, ihre Crewmitglieder in Sicherheit und Technik einzuweisen. Bei einer guten Einweisung können viele Schäden vermieden werden.
Pünktliche Abgabe- pünktliche Übernahme
Abschließend noch eine Bitte: Die Yachten müssen freitags um 13 Uhr abgegeben und können ab 17 Uhr wieder übernommen werden. Dieses Jahr kam es wiederholt zu Verspätungen. Um unseren guten Service aufrechterhalten zu können, bitten wir nochmals ausdrücklich, die Schiffe bis 13.00 Uhr abzugeben. Die Zwischenzeit benötigen unsere Serviceteams für die Reinigung und den technischen Check. Deshalb ist Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit für uns sehr wichtig. Weiterhin ist es auch wichtig alle Defekte anzugeben, damit diese behoben werden können.Nun noch ein Anliegen: Fragen Sie gerne, wann Ihr Schiff zur Übernahme bereit ist. Und kommen Sie bitte erst zur angegebenen Zeit wieder.
Reiserücktrittsversicherung
Viele Crews schließen eine Reiserücktrittsversicherung ab. Ein mögliches Angebot wird immer den Verträgen beigelegt. Leider ist es wieder vorgekommen, dass einige Crews diese Versicherung nicht abgeschlossen haben und plötzlich verhindert waren. Das Entsetzen ist dann groß, wenn die Versicherung nicht abgeschlossen wurde. Daher empfehlen wir jeder Crew, eine solche Versicherung abzuschließen.
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