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Route du Rhum:

Winterliche Biskaya erweist sich als Härtetest für Mensch und Material

Bei der am Sonntag gestarteten Einhand-Regatta vom bretonischen St. Malo nach Guadeloupe in der Karibik, zeigt der frühe Ausfall einiger Segel-Superstars, dass die winterliche Biskaya ihren schlechten Ruf verdient:

Bevor der amtierende Vendée Globe-Sieger Armel le Cléach mit seinem 32 Meter langen Trimaran "Banque Populaire IX" gestern bei 30 bis 35 Knoten Wind und fünf Metern Welle gekentert ist, hatte es bereits das gleich große Boot der Rothschild-Familie, "Edmond de Rothschild", erwischt: Bei beiden Booten waren im schweren Seegang Teile der Rümpfe schlicht abgebrochen.

Thomas Coville hatte da erst kurz zuvor den Ausfall seiner 31 Meter langen "Sodebo Ultim" durch gebrochen Front-Beam vermeldet: Die Verbindung zwischen den Rümpfen hatte dem Seegang nichts mehr entgegenzusetzen.

Auch bei den weiter hinten im Feld segelnden Einrumpfern ging es zur Sache: Isabelle Joschke verlor das Rigg auf ihrem 60-Fußer "Monin", ebenso wie Sam Goodchild auf seiner Class 40 "Narcos: Mexico".

Das extrem hohe seglerische Niveau der Teilnehmer zeigt sich dabei nicht nur in den absurden Geschwindigkeiten, die sie ihren Booten abringen (Banque Populaire IX: Bis 46 Knoten) sondern auch in den Stunden der Niederlage: Alle durch Bruch ausgeschiedenen Skipper meldeten sich wohlauf. Armel le Cléach wurde nach zehn Stunden von seinem gekenterten Boot abgeborgen, die anderen Skipper laufen aus eigener Kraft Nothäfen an. Insgesamt haben 47 der 123 Starter am dritten Renntag entweder einen Stopp eingelegt, oder waren zur Aufgabe gezwungen.

An der Spitze des Feldes zeigt inzwischen Francois Gabart (35) auf seinem Riesen-Trimaran "Macif" dem Feld den Weg Richtung Karibik. Darauf werden sich auch die beiden Hamburger Teilnehmer freuen: Boris Hermann hat mit seinem 60-Fußer "Malizia" noch 2840 Meilen vor sich, Arnt Bruhns auf seinem Class 40 "Iskareen" noch 3160 Meilen.