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Regattayachten sydney hobart

Am zweiten Weihnachtsfeiertag startete, inzwischen zum 74. Mal, der 628 Seemeilen-Klassiker von Australien nach Tasmanien.

Dieses Jahr gingen 84 Yachten an den Start.

Der neunte Sieg nach gesegelter Zeit in 14 Jahren ging an den 100-Fuß Maxi WILD OATS XI. Doch die Crew um Skipper Mark Richards musste nach der Zielankunft um den Erfolg zittern.

Peter Harburg, Eigner der zweitplatzierten BLACK JACK hatte sich öffentlich beschwert, dass das AIS (Automatic Identification System) der Siegeryacht über weite Teile des Rennens nicht wie vorgeschrieben gesendet hatte. Daraufhin hatte die Wettfahrtleitung ermittelt.

Der Vorwurf war schwerwiegend:

Sollte WILD OATS XI zu jeder Zeit die Positionen, Kurse und Geschwindigkeiten ihrer Konkurrentinnen gekannt, ihre eigenen Daten aber verschleiert haben, wäre das ein gewichtiger Wettbewerbsvorteil.

Das die WILD OATS-Crew am Ende feiern durfte, entschied die internationale Jury aufgrund eines Formfehlers: Nicht die Wettfahrtleitung, sondern eine teilnehmende Yacht hätte in diesem Fall protestieren müssen. BLACK JACK-Eigner Peter Harburgs Antwort auf die Frage, warum er dies unterlassen hat: “We don’t protest. That’s it.”

Während es viele Skipper in Gentleman Racing-Tradition sicher mit Harburg halten würden, zieht sein Verhalten doch die Frage nach sich, ob er wohl genauso reagiert hätte, wenn es sich um eine Backbord-Steuerbord Wegerechtssituation gehandelt hätte.

Genau diese hatte nämlich dazu geführt, dass WILD OATS XI im Vorjahr ihren Sieg nach einer Juryentscheidung wieder abgeben musste.

Wie schon bei seiner Wegerechtsverletzung im Vorjahr versuchte WOXI-Skipper Richards auch diesmal wieder, die Sache herunter zu spielen. Erst erklärte er, es sei „nicht vorgeschrieben, dass das AIS permanent senden müsse“ - was schlicht falsch ist. Am nächsten Morgen räumte er dann ein, das AIS hätte eine Funktionsstörung gehabt.

Fakt ist, dass jeder Skipper nach dem Zieldurchgang eine Erklärung unterschreiben muss, dass er innerhalb aller Regeln gesegelt habe. Wer das nicht tut, wie das Team INFOTRACK im Vorjahr, muss mit drastischen Strafen bis zur Disqualifikation rechnen.

Da ein AIS-Gerät eine Fehlermeldung abgibt, wenn es nicht sendet, muss hier vorsätzliche Falschaussage unterstellt werden. Damit darf sogar die Regel 69, unsportliches Verhalten, in Betracht gezogen werden.

Der Gesamtsieg nach berechneter Zeit, ging übrigens nach einem spektakulär knappen Rennen zwischen den beiden 66-Fuß-Schwesterschiffen ALIVE und WILD OATS X, der „kleinen Schwester“ der 100-Fuß Line Honors Siegerin WILD OATS XI, an erstere. ALIVE-Eigner Phillip Turner ist damit erst der vierte tasmanische Eigner und der erste seit 1979, der das ROLEX SYDNEY HOBART RACE für sich entscheiden konnte.

Die Volvo Ocean Race-erfahrene Frauen-Proficrew auf dem Reichel-Pugh Schwenkkieler WILD OATS X hatte er erst bei der Rundung von Tasmanien überholen und seinen knappen Vorsprung auf der Zielgerade des Flusses Derwent bis ins Ziel verteidigen können.